EBERSWALDE WÄHREND DES ZWEITEN WELTKRIEGES
In Eberswalde war mindestens der Stab der 3. Schützenbrigade, das Schützenregiment 3 (Eberswalde Südend, heute Sitz des LKA und des Finanzamtes), sowie das Artillerieregiment 75 (Freienwalder Straße, EW-Ostend) mit den dazugehörenden Stäben, Bataillonen und Abteilungen stationiert.
In Eberswalde befand sich ausserdem ein Aussenlager des KZ Ravensbrück.
In Eberswalde befand sich 1943 kurzzeitig das Ausweichquartier "Bismarck" des Oberkommandos der deutschen Kriegsmarine.
Eberswalde war bedingt durch seine Nähe zum Jagdrevier Schorffheide auch immer Durchgangsort vieler NS-Funktionäre wie Herrmann Göring (Schorffheide, Wohn- und Jagdhaus "Carinhall"), Joseph Goebbels (Haus am Bogensee), v. Ribbentrop (Schloss Sonnenburg), Dönitz (Marine-Hauptqurtier "Koralle" bei Bernau), Himmler (Schloss Dammsmühle) u.a.
1932 hält Adolf in Hitler in Eberswalde eine Rede zur Reichstagswahl, sein leicht bayerischer Dialekt dürfte für die Eberswalder etwas ungewöhnlich geklungen haben.
Gedenktafel (Ausschnitt) auf dem ehem. Militärgelände in EW-Ostend.
Vermutlich ein erhaltener Flak-/ bzw. Funkbunker auf dem Wurzelberg zur Absicherung des Bereiches Güterbahnhof Eberswalde.
Eberswalde war 1945 noch Teil der deutschen Ostfront und gehörte somit zeitweilig zur deutschen Hauptkampflinie.
Im Zuge der Schlacht um die Seelower Höhen wurde Eberswalde anschließend am 24. April durch sowjetische Truppen der 61.Armee ohne großen Widerstand praktisch überrollt.
Noch bis Ende der neunziger Jahre konnte man an den Hausfassaden in der Stadt noch mächtige Einschusskrater durch MG- und Karabinerfeuer an den oft unverputzten Hausern erkennen.
Die deutsche Schutzstaffel wollte den Sowjettruppen keine intakte deutsche Stadt hinterlassen (Bahnhof und Rüstungsindustrie waren ja theoretisch nach wie vor funktionsfähig!). So wurde Eberswalde vermutlich mehr durch die SS als durch die Rote Armee zerstört.
Sicherlich kam es auch zu Vergewaltigungen an der Zivilbevölkerung. Doch schien die Rote Armee in Eberswalde durch die Einrichtung einer Kommandantur schnell für annähernd provisorische Ruhe und Ordnung zu sorgen.
Die Sowjetische Armee befand sich hier nun etwa noch 50 Kilometer nordöstlich vor den Toren der Reichshauptstadt Berlin.
Für die Sowjets war Eberswalde damit allenfalls eine märkische Gartenvorstadt des finalen Kriegszieles: Die Einnahme der Reichskanzlei in Berlin.
Eberswalde hatte für die Rote Armee bezüglich der Einnahme Berlins keinen strategischen Wert, dazu lag es zu weit ab im nordöstlichen Raum, obwohl die Stadt mit einer Entfernung von ca. 50Km eigentlich noch zu den Sateliten-Städten rund um Berlin gehört.
Taktisch interessanter schien Eberswalde dagegen eher für die eigenen, deutschen Einheiten zu sein.
Man musste den Sowjet am Übergang des Finows behindern, bzw. dem Übergang des Hohenzollernkanals (Oder-Havel Kanal), ebenso durfte der Roten Armee auf gar keinen Fall das Potential der Ardelt-Rüstungswerke oder das hervorragend ausgebaute Streckennetz der Reichsbahn in die Hände fallen,
Die noch 2016 durch puren Zufall entdeckte (deutsche?) Infanterie- Mörsergranate könnte noch aus dem II.Weltkrieg stammen, oder befand sich zumindest nach dem Krieg noch in sowjetischer Hand.
Der Heimatclub Roter Adler verständigte nach dem Fund sofort das Forstamt. Die Granate wurde daraufhin durch den Munitionsräumungsdienst entfernt.
Fundort: Eberswalde Ostend. Nähe ehem. Kaserne Art.Rgt.75
Foto: Heimatclub Roter Adler, Eberswalde
Nach dem II.Weltkrieg "erbte" Eberswalde die Bronzestatue "Amazone" aus dem "Kunstbesitz" Hermann Görings in Carinhall.
Sie steht heute im Bürgerpark am Weidendamm.
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